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Joachim Kaiser und Hellmuth Karasek auf Usedom ...

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+++ 27. März 2010, Bansin   +++

Hans Werner Richter, in Neu-Sallenthin einem Bansiner Ortsteil auf der Insel Usedom geboren, war der Initiator der Gruppe 47, jener wichtigsten bundesdeutschen Schriftstellergruppierung der Nachkriegszeit, der auch Kaiser und Karasek angehörten. Die Organisatoren der Usedomer Literaturtage hatten es geschafft, die beiden schillernden Meinungsbildner für "Erinnerungen an die Gruppe 47" auf Usedom zu holen. Und das war nun wirklich etwas ganz Besonderes: die beiden Zeitzeugen der Gruppe am Geburtsort des Initiators jener elitären Runde. Keine leichte Aufgabe möchte man meinen, für Manfred Osten, der Kaiser und Karasek im Gespräch lenken sollte. Doch Osten, als Autor, Jurist und Kulturhistoriker mehr als geeignet für diese Unterfangen initiierte mit seinem Wissen und der bescheidenen Zurückhaltung einen kurzweiligen Abend, den wohl kaum einer der zahlreichen ZuhörerInnen so schnell vergessen wird. So begann Kaiser dann auch gleich mit einem längeren Monolog über die Entstehung der Gruppe und vermittelte jene Aufbruchsstimmung der Nachkriegsjahre, ohne die es die Gruppe wohl nie hätte gegeben. Die Nullausgabe der Zeitschrift "Der Skorpion" hatte er genauso dabei, wie die vielen Dinge aus seiner Erinnerung um die Gruppe, bis hin zu einer Erklärung woran sie zerbrach, an ihrem Erfolg nämlich. Karasek fand noch deutlichere Worte: "die Gruppe ist an ihrem Erfolg verreckt". Wer, warum, oder warum nicht von Richter geladen wurde vor der Gruppe zu lesen, bemühten sich Karasek und Kaiser zu ergründen und sparten dabei nicht an Witz, Ironie und Eindeutikeit, was die Beurteilung so mancher Literatenkollegen betraf.

Joachim Kaiser bei den Usedomer Literaturtagen
Joachim Kaiser bei den Usedomer Literaturtagen

Hellmuth Karasek  bei den Usedomer Literaturtagen
Hellmuth Karasek bei "Erinnerungen an die Gruppe 47"
Kaiser und Karasek
Kaiser und Karasek bei den Usedomer Literaturtagen.

Manfred Osten
Manfred Osten moderierte das Gespräch zwischen Kaiser und Karasek.

Joachim Kaiser
Wenn man von Richter in die Gruppe geladen war (ein "anständiger" Essay führte in der Regel dazu), dann wurde man mit einer durchaus interessanten Form der Diskussion konfrontiert und so wurde eine Durchfaller nach der Lesung beispielsweise damit quittiert, dass einfach nur die Daumen der Zuhörer nach unten gehalten wurden, vernichtender ging es kaum. Vermutlich einer der Gründe warum nicht jeder Literat Richters Einladung annahm.
Joachim Kaiser
Hellmuth Karasek
Und von Minute zu Minute wurden sie emotionaler, die Auffassungen von Karasek und Kaiser, nicht immer konform, manchmal konträr, immer jedoch ehrlich möchte man meinen. Und irgendwie machte es auch den beiden Grupplern Spaß über Richter und seine 47er zu erzählen: über das "wie er es geschafft hat", dass sie kamen, über den Springerboykott, die Politisierung, ob manche erst gar nicht eingeladen wurden, über Grass und sein SS-Geständnis, über Walser, der nur froh sei, wenn ihm was misslinge, Reich-Ranicki und das es Spaß machte, auch wenn das Mittagessen karg und schrecklich war und über den Zeitgeist, der jede Meinung, jede Äußerung zu beeinflussen scheint und die Gefahr für die Wahrheit, die darin steckt. Aus dem Vielem was gesagt wurde noch zwei Beispiele: Karasek, befragt zu der Rolle Richters in der Gruppe und wie er es geschafft habe, dass sie kamen, "Er war ein glänzender Herbergsvater", und Kaiser über die Zeit in der Gruppe 47: "Es war einer der interessantesten Teile meines Lebens". Schade, dass der interessante Abend nicht mitgeschnitten wurde, denn irgendwie war jede der Äußerungen ein Stück Geschichte der Gruppe 47. Kaiser bedauerte dies übrigens auch, wie er beim anschließenden literarischen Treffpunkt im Hans-Werner-Richter-Haus betonte. Dann muss er es wohl selbst als interessant und wichtig empfunden haben, den Veranstaltern sei Dank, dass es dazu kam!
Joachim Kaiser
Joachim Kaiser
Joachim Kaiser
Hellmuth Karasek
Joachim Kaiser
Joachim Kaiser
Kaiser trifft Karasek
Fotos und Text: Gründling
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