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Literaturtage auf Usedom eröffnet ...

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+++ 31. März 2011, Bansin   +++

Die Usedomer Literaturtage 2011 wurden gestern im Bansiner Haus des Gastes eröffnet. Bei der Eröffnungsrede war es Frau Dr. Lehmann von den Kaiserbädern, die den alten Goethe mit den Worten bemühte „Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen“ und irgendwie scheinen die Grenzlandgeschichten zwischen Deutschland, Polen und Tschechien ein wenig genau das , aber doch viel mehr zu sein. Den Eröffnungsabend moderierte Basil Kerski, Herausgeber des deutsch-polnischen Magazins DIALOG. Der fand dann zu Beginn auch die würdigenden Worte für den Ort, an dem die Literaturtage auch 2011 beginnen, ist doch Bansin der Geburtsort von Hans Werner Richter dem Gründer der die jüngere deutsche Literatur so prägenden Gruppe 47. Ein Essay über Grenzen von Martin Pollack (diesjährige Preisträger des auf der Leipziger Buchmesse verliehenen Preises für Europäische Verständigung) war dann auch der gelungene, amüsante, nachdenkliche  und  großartige Start der Grenzlandgeschichten. Mit der ihm eigenen witzig, authentischen Art vermochte Pollack die Zuhörer zu begeistern und mitzunehmen in jene Magie, die Grenzen auf ihn von jeher ausübten. Am Ende war man hin und her gerissen zwischen der Freude über den Wegfall von Grenzen in Europa und dem Verlust an Erlebbarem, oftmals grotesk Anmutendem und Erniedrigendem beim Grenzübertritt in „alten Zeiten“. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Grenzen gewandert sind, nach Osten und von der Landkarte in die Köpfe der Menschen und dass sie dort oftmals hartnäckig weiter existieren, nicht nur in Grenzgebieten. Der Kontrast zu der Grenzlandgeschichte von Pollack hätte mit der Lesung aus Nowaks „Die Nacht in Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale“ größer nicht sein können, wurde der Zuhörer doch mit der erschütternden Reportage des kollektiven Selbstmordes deutscher Frauen und ihrer Kinder in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1945 konfrontiert. Hildegard Alex las aus der Geschichte des kleinen Mädchens Heidchen, das den Wahnsinn überlebte mit sichtbarer Rührung und eine fassungslose Stille machte sich unter den Zuhörern breit.
Die dritte Grenzlandgeschichte „Pepiki“ des in Swinemünde geborenen Mariusz Surosz handelt von dem Verhältnis der Polen und Tschechen untereinander. Schicksale erzählend und so Geschichte vermittelnd, die Grenzen aufzeigt, auf der Landkarte und in den Köpfen, so etwa könnte man das Buch des in Kraków lebenden Polen beschreiben. Die erste Übersetzung einer der Geschichten, die der tschechische Publizistin Milena Jesenská, Kafkas Geliebter, machte schon einmal Lust auf die hoffentlich bald folgende vollständig deutsche Übersetzung von „Pepiki“.
Ein abwechslungsreicher, nachdenklicher, fröhlicher und neugierig machender Start der Usedomer Literaturtage 2011.

Usedomer Literaturtage
Usedomer Literaturtage
Usedomer Literaturtage
Martin Pollack

Die Usedomer Literaturtage finden noch bis zum 3. April 2011 statt und am 2. April wird auch Pollack mit einer Lesung im Schloss Stolpe aus seinen Bücher "Nach Galizien" und "Kaiser von Amerika" erneut zu erleben sein.

Text und Fotos: Gründling, usedomfotos
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