Usedomer Musikfestival

 

   

WAR  REQUIEM

2002

Benjamin Britten

Frieden und Versöhnung aus Peenemünde

 

Die Turbinenhalle des Kraftwerks der Heeresversuchsanstalt Peenemünde am 28. September 2002 - ein Ort der nachdenklich stimmt, der erschaudern lässt - auch noch 60 Jahre danach. Benjamin Brittens "War Requiem" - 40 Jahre nach der Uraufführung zur Wiedereinweihung der Kathedrale von Coventry am 25. Mai 1962, 60 Jahre nachdem die deutsche Luftwaffe Coventry in Schutt und Asche gebombt hatte -  in Peenemünde - ein Projekt mit Symbolkraft.

 

 

 

   
 

Der Komponist, Dirigent und Pianist Benjamin Britten wurde am 22. November 1913 im englischen Lowestoft ( Suffolk ) geboren.  Er studierte in London bei Frank Bridge und John Ireland. Als Kriegsgegner emigrierte er während des Zweiten Weltkrieges in die USA, kehrte aber 1942 nach England zurück. Dort wurde er 1947 Mitbegründer der English Opera Company und 1948 Gründungsmitglied des Aldeburgh Festival für Kammermusik. Brittens kompositorisches Schaffen umfasst Orchester- und Vokalwerke sowie Opern.
Benjamin Britten starb am 4. Dezember im Alter von 63 Jahren 1976 in Aldeburgh ( Suffolk ).

Britten verstand sein "War Requiem" auch als ein Symbol der Versöhnung zwischen den Völkern. Deshalb wurde gerade in Peenemünde die Idee des Komponisten verwirklicht, Gesangssolisten aus den Ländern der einstigen Kriegsgegner zu verpflichten: Die Solopartien wurden von der russischen Sopranistin Elina Prokina, dem englische Tenor Anthony Rolfe Johnson und dem deutschen Bariton Andreas Schmidt gesungen. Ein gigantisches Meisterwerk mit über 250 Mitwirkenden.

 

  Mstislav Rostropovich    
       
1927 in Baku geboren, Student des Moskauer Tschaikowsky-Konservatoriums, gab er mit 13 Jahren sein erstes öffentliches Konzert und eroberte als Cellist die Konzertsäle der Welt. Mittlerweile ist er einer der großartigsten Dirigenten der Welt - ein Verteidiger der Freiheit. Sein Bild ging um die Welt, als er einen Tag nach dem Fall der Mauer an einem Grenzübergang Bachs Cello-Suiten spielte ...

 

 
 
 
   
 

 
   
Der Bundespräsident Johannes Rau bekräftigte in seiner Grußansprache die Symbolkraft Peenemündes, erinnerte an Coventry, Dresden, an das unendliche Leid sinnlosen Machtstrebens und an einen Mann, der diesen Abend in Peenemünde mit uns gemeinsam erlebte - Michail Gorbatschow. Rau, der bei Breschnjew und Gorbatschow in Moskau war, sprach von den vorgelesenen Reden des Einen, und von den vom Neuen geprägten, frei gesprochenen Worten des Anderen - und vom Leuchten in dessen Augen, wenn er vom Frieden sprach, diesem Leuchten, dem wir Deutschen so viel zu verdanken haben.
     
  Das NDR-Sinfonieorchester, die Radio-Philharmonie Hannover des NDR, der NDR-Chor, die BBC Singers, der Philharmonia Chorus London, der Knabenchor der Kathedrale von Coventry, der Hamburger Knabenchor St. Nikolai, die russische Sopranistin Elina Prokina, der englische Tenor Anthony Rolfe Johnson, der deutsche Bariton Andreas Schmidt und die Dirigenten Mstislav Rostropovich und Andreas Sebastian Weiser gestalteten den Abend zu einem unvergesslichem Erlebnis.  
       
   
     
Ein Konzert wie die Aufführung von Benjamin Brittens "War Requiem" in Peenemünde zu organisieren, ist eine grandiose Idee... dass das Usedomer Musikfestival dieses Symbol der Versöhnung aufführen will, habe ich mit offenen Armen begrüßt. Ich sagte alle Termine ab, um das Requiem in der einstigen Fabrik des Todes dirigieren zu können. Ich komme mit Liebe zu Euch und werde mein Bestes tun, um dem "War Requiem" und der versöhnenden Idee gerecht zu werden. (Mstislav Rostropovich, aus dem Grußwort an die Festivalgäste)
 
 

 

 
Und so waren es dann auch, ein großartiger Mstislav Rostropovich, einzigartige Solisten, eine grandiose Leistung der Chöre, begeisternde Musiker und ein dankbares und begeistertes Publikum.  Leise in der Unendlichkeit der Turbinenhalle fast verschwindende Töne, zarte, klagende Stimmen der Knabenchöre, kraftvolle, Freude und Glück versprühende, die Halle erfüllende Orchesterklänge und Chorstimmen, leise und stimmgewaltige Lieder der Solisten... Endend mit "Lasst uns nun schlafen. Mögen sie in Frieden ruhen. Amen.", immer leiser werdend bis zur totalen Stille - hier wo einst donnernde Maschinen den Lauf der Welt mitbestimmen sollten - bis zur totalen Stille - eine Gedenkminute für die zahllosen Opfer - einem Schwure gleich dass es nie wieder geschehen dürfe - eine Stille die kraftvoll und mächtig wirkte und jäh umschlug in tosenden Beifall als  Rostropovich sich umdreht zum Publikum - minutenlange standing ovations für das Meisterwerk - für die Versöhnung in der einstigen Fabrik des Todes...
 
 
 

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